Tutorial · PflegePur – Digitales Pflege-Ökosystem
Pflegegrad beantragen – Schritt für Schritt
Pflegegrad beantragen – verständlich und Schritt für Schritt: vom Antrag über die Vorbereitung auf die Begutachtung bis zum Bescheid und den nächsten Schritten.
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Pflegegrad beantragen – Schritt für Schritt
Ein Pflegegrad kann den Zugang zu wichtigen Leistungen der Pflegeversicherung eröffnen. Doch gerade beim ersten Antrag stellen sich viele Fragen: Wo wird der Antrag gestellt? Was sollte vor der Begutachtung vorbereitet werden? Worauf kommt es beim Termin an? Und was passiert anschließend?
Dieses kostenlose PflegePur-Tutorial begleitet Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Ablauf. Sie erfahren, wie Sie den Antrag auf einen Pflegegrad stellen, den tatsächlichen Unterstützungsbedarf im Alltag dokumentieren und sich auf die Pflegebegutachtung vorbereiten können.
Anschließend erklären wir, wie die Begutachtung grundsätzlich abläuft, worauf Sie beim Bescheid achten sollten und welche nächsten Schritte sich daraus ergeben können.
Ziel ist, dass Sie den Ablauf verstehen, sich strukturiert vorbereiten und wichtige Informationen und Unterlagen zum richtigen Zeitpunkt zur Hand haben.
Hinweis: Das Tutorial bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Pflegeberatung oder rechtliche Beratung.
LernzielNach dem Tutorial wissen Nutzer, wie sie einen Pflegegrad beantragen, welche Informationen sie vorbereiten sollten und wie der Ablauf bis zur Entscheidung aussieht.
Für wen?Pflegebedürftige und pflegende Angehörige
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7 Schritte im Überblick
Gehen Sie die Schritte der Reihe nach durch oder springen Sie direkt zu dem Punkt, der für Sie gerade wichtig ist.
Schritt für Schritt
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Pflegebedarf einschätzen
Bevor Sie einen Pflegegrad beantragen, lohnt sich ein genauer Blick auf den Alltag. Entscheidend ist nicht allein eine Erkrankung oder Diagnose, sondern wie selbstständig die betroffene Person ihren Alltag bewältigen kann und wobei regelmäßig Unterstützung benötigt wird.
Denken Sie dabei nicht nur an Körperpflege, Anziehen oder Essen. Auch Orientierung, Erinnern, Kommunikation, der Umgang mit Medikamenten und Behandlungen, die Gestaltung des Tages sowie der Umgang mit krankheitsbedingten Belastungen können eine Rolle spielen.
Notieren Sie möglichst konkrete Situationen: Was gelingt selbstständig? Wobei ist Anleitung, Erinnerung oder Unterstützung erforderlich? Was kann nicht mehr allein durchgeführt werden?
PflegePur-TippBeschreiben Sie den tatsächlichen Alltag – nicht nur Diagnosen. Auch Unterstützung, die selbstverständlich geworden ist, sollte berücksichtigt werden.
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Pflegegrad beantragen
Den Antrag auf einen Pflegegrad stellen Sie bei der Pflegekasse der pflegebedürftigen Person. Bei gesetzlich Versicherten ist die Pflegekasse bei der jeweiligen Krankenkasse angesiedelt. Privat Versicherte wenden sich an ihre private Pflegeversicherung.
Für den ersten Antrag ist noch keine ausführliche Beschreibung der gesamten Pflegesituation notwendig. Wichtig ist zunächst, dass der Antrag gestellt wird. Anschließend wird das Verfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit eingeleitet.
Im weiteren Verlauf erfolgt eine Pflegebegutachtung. Bei gesetzlich Versicherten wird diese in der Regel durch den Medizinischen Dienst durchgeführt, bei privat Versicherten in der Regel durch Medicproof.
Notieren Sie sich, wann Sie den Antrag gestellt haben, und bewahren Sie vorhandene Bestätigungen oder Kopien auf.
PflegePur-TippDokumentieren Sie das Datum der Antragstellung. So können Sie den weiteren Ablauf später besser nachvollziehen.
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Pflegesituation dokumentieren
Beginnen Sie möglichst schon vor der Begutachtung damit, den tatsächlichen Unterstützungsbedarf im Alltag festzuhalten.
Notieren Sie nicht nur Diagnosen, sondern konkrete Situationen: Welche Tätigkeiten gelingen selbstständig? Wobei ist Unterstützung, Anleitung, Erinnerung oder Übernahme erforderlich?
Das kann beispielsweise die Körperpflege, das An- und Auskleiden, Essen und Trinken, Orientierung und Kommunikation, die Einnahme von Medikamenten oder der Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen betreffen.
Denken Sie auch an Situationen, die nicht jeden Tag auftreten – beispielsweise Arzt- und Therapietermine oder besondere Belastungen.
Hilfreich kann es außerdem sein, vorhandene Unterlagen zusammenzustellen, zum Beispiel einen aktuellen Medikamentenplan, Arzt- oder Krankenhausberichte, Therapieberichte und Informationen zu bereits genutzten Hilfsmitteln.
PflegePur-TippBeschreiben Sie konkrete Alltagssituationen. „Braucht manchmal Hilfe“ ist weniger aussagekräftig als ein Beispiel dafür, wobei, wie und warum Unterstützung notwendig ist.
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Auf die Begutachtung vorbereiten
Bei der Pflegebegutachtung geht es darum, wie selbstständig die betroffene Person ihren Alltag bewältigen kann und in welchen Bereichen Unterstützung notwendig ist.
Bereiten Sie deshalb nicht nur medizinische Unterlagen vor. Mindestens genauso wichtig sind konkrete Beispiele aus dem täglichen Leben.
Überlegen Sie vor dem Termin: Wo wird regelmäßig geholfen? Was gelingt nur mit Erinnerung oder Anleitung? Welche Tätigkeiten werden vollständig übernommen? Gibt es Einschränkungen oder Belastungen, die Außenstehende nicht sofort erkennen?
Vorhandene Unterlagen und eine eigene Dokumentation des Pflegealltags sollten griffbereit sein. Es kann außerdem hilfreich sein, wenn eine vertraute Person beim Termin dabei ist und die Pflegesituation gut kennt.
Versuchen Sie nicht, die Situation am Tag der Begutachtung besser darzustellen, als sie im gewöhnlichen Alltag tatsächlich ist. Entscheidend ist ein realistisches Bild des Unterstützungsbedarfs.
PflegePur-TippOrientieren Sie sich am normalen Alltag – nicht an einem besonders guten oder besonders schlechten einzelnen Tag.
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Die Begutachtung verstehen
Im Mittelpunkt der Begutachtung steht die Frage, wie selbstständig ein Mensch seinen Alltag noch bewältigen kann.
Dabei werden verschiedene Lebensbereiche betrachtet. Dazu gehören unter anderem Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung, der Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen sowie die Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.
Die einzelnen Bereiche fließen unterschiedlich in die Gesamtbewertung ein. Deshalb lässt sich ein Pflegegrad nicht allein aus einer Diagnose, der Anzahl vorhandener Erkrankungen oder einer bestimmten Zahl an Pflegeminuten ableiten.
Beantworten Sie Fragen möglichst anhand konkreter Situationen aus dem Alltag. Entscheidend ist nicht nur, ob etwas grundsätzlich noch möglich ist, sondern auch, ob und in welchem Umfang dafür Unterstützung erforderlich ist.
PflegePur-TippErklären Sie bei wichtigen Alltagstätigkeiten möglichst konkret, welche Unterstützung erforderlich ist und warum.
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Bescheid und Gutachten prüfen
Nach Abschluss des Verfahrens erhalten Sie die Entscheidung der Pflegekasse. Daraus geht hervor, ob ein Pflegegrad festgestellt wurde und welcher Pflegegrad zuerkannt wird.
Schauen Sie sich nicht nur das Ergebnis an. Prüfen Sie auch das zugrunde liegende Gutachten und vergleichen Sie die dort beschriebenen Einschränkungen mit der tatsächlichen Pflegesituation.
Fragen Sie sich beispielsweise: Wurde der Unterstützungsbedarf in den wichtigen Lebensbereichen vollständig erfasst? Stimmen die beschriebenen Fähigkeiten und Einschränkungen mit dem Alltag überein? Fehlen relevante Situationen oder Belastungen?
Wenn die Entscheidung oder einzelne Bewertungen für Sie nicht nachvollziehbar sind, kann es sinnvoll sein, sich beraten zu lassen und mögliche weitere Schritte zu prüfen.
Beachten Sie bei einem möglichen Widerspruch insbesondere die Rechtsbehelfsbelehrung im Bescheid und die dort genannten Fristen.
PflegePur-TippBewahren Sie Bescheid und Gutachten gemeinsam auf und prüfen Sie nicht nur den festgestellten Pflegegrad, sondern auch die Bewertungen der einzelnen Bereiche.
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Nach dem Bescheid weitergehen
Mit der Feststellung eines Pflegegrades beginnt der nächste wichtige Schritt: Welche Leistungen und Unterstützungsangebote passen zur individuellen Pflegesituation?
Je nach Pflegegrad und persönlichem Bedarf können unterschiedliche Leistungen der Pflegeversicherung infrage kommen. Dazu gehören beispielsweise Pflegegeld, ambulante Pflegesachleistungen, Angebote zur Entlastung, Tages- und Nachtpflege, Kurzzeit- und Verhinderungspflege, Pflegehilfsmittel oder Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes.
Nicht jede Leistung ist für jede Situation gleichermaßen sinnvoll. Häufig können verschiedene Leistungen miteinander kombiniert werden. Deshalb lohnt es sich, die Möglichkeiten anhand der tatsächlichen Versorgungssituation zu prüfen.
Auch nach der ersten Entscheidung kann sich der Unterstützungsbedarf verändern. Wenn die Selbstständigkeit weiter abnimmt oder sich die Pflegesituation wesentlich verändert, kann eine erneute Beratung oder gegebenenfalls ein Antrag auf einen höheren Pflegegrad sinnvoll werden.
Der Pflegegrad ist deshalb nicht das Ende des Weges. Entscheidend ist, die vorhandenen Leistungen so einzusetzen, dass sie die pflegebedürftige Person und die Menschen, die sie unterstützen, im Alltag möglichst sinnvoll entlasten.
PflegePur-TippPrüfen Sie nach dem Bescheid nicht nur, welche Leistungen grundsätzlich bestehen, sondern welche davon zu Ihrer konkreten Versorgungssituation passen.
Passende Unterstützung im PflegePur Lotse finden →
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Geschafft
Wie geht es jetzt weiter?
Nutzen Sie die passenden nächsten Schritte aus dem Tutorial oder finden Sie über PflegePur weitere Unterstützung für Ihre persönliche Pflegesituation.
Hinweis
Allgemeine Information
Dieses Tutorial bietet allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle Pflegeberatung oder rechtliche Beratung.
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